Karl Schuppert

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Als die letzten deutschen Truppen Bietigheim verlassen hatten, wurden am 8. April 1945 das Enzviadukt, der Enzsteg beim Festplatz, die große Straßenbrücke über die Enz, Enzbrücke und -steg bei der Kammgarnspinnerei, die Metterbrücke an der Totensteige, die Stützmauer und Straße nach Metterzimmern, Bahnüberführungen der Straße nach Bissingen und der Straße nach Großsachenheim gesprengt, um das Vorstoßen der gegnerischen Truppen zu verlangsamen und zu erschweren.

Nur eine Brücke wurde gerettet, nämlich die Metterbrücke in der Holzgartenstraße, wo die Sprenglöcher von dem städtischen Arbeiter Karl Schuppert, der neben der Brücke wohnte, zugeschaufelt wurden, sodass die Sprengladung in letzter Minute nicht mehr angebracht werden konnte. Schuppert arbeitete zuerst 14 Jahre bei DLW, bevor er als Pflasterer in den Dienst der Stadt eintrat, bei dem er 25 Jahre blieb. Wenn das Wetter und später die Gesundheit seine Arbeit nicht zuließen, arbeitete er als Straßenkehrer. Er war ein bekanntes und gerngesehenes Gesicht in der Stadt. Als er 1960 im Altersheim in Bietigheim verstarb, erschien ein Artikel im Enz- und Metterboten, in dem er als unermüdlich, eine vertraute Erscheinung und als treusorgender Familienvater beschrieben wurde. Nur ein Jahr vor seinem Ableben schien Schuppert noch recht fit auf den Beinen gewesen zu sein, denn aus einem Bericht des Heims geht hervor, dass eines Abends Herr Schuppert unzufrieden mit seiner Mahlzeit war und prompt aus dem Fenster kletterte um in einem Gasthaus zu speisen. Ein Mann der Tat.

1 und 2: Der Retter der Metterbrücke Karl Schuppert auf der in den 1950ern neugebauten Metterbrücke in der Holzgartenstraße in den 1950er Jahren.

3: Die Metterbrücke in der Holzgartenstraße Anfang des 20. Jahrhunderts. Ungefähr so sah die Brücke auch 1945 aus.