Das Haus Jahnstraße 29 spielte eine wichtige Rolle im Bissinger Ortskern. Hier war seit dem 19. Jahrhundert die Postagentur untergebracht. Zunächst betrieb der Bäcker Jakob Scheible hier seine Bäckerei mit Wirtschaft und gleichzeitig die Post. Seine Tochter Marta heiratete den Wagnermeister Adolf Haueisen. Das Ehepaar Haueisen führte die Wirtschaft und den Postbetrieb weiter. 1929 bauten sie eine Kegelbahn an. Die Post war noch bis in die 60er Jahre im Gebäude untergebracht. 1968 bezog die Post dann Räume im Untergeschoss des neuen Bissinger Rathauses. Der Wirtschaftsbetrieb endete endgültig Anfang der 1980er Jahre. Beim grundlegenden Umbau 1985/86 wurde der Eingang mit Treppe, der 1935 auf die Westseite verlegt worden war, wieder an seine ursprüngliche Stelle an der Straße versetzt.
Am Haus finden sich mehrere Inschriften, die sich auf die Familie Vatter beziehen,
z.B. über der Hofdurchfahrt „Philipp Jacob Vatter und Jacobina Vatterin 1739“, weshalb das Gebäuedeensemble den Namen „Oberer Vatterhof“ hat. Der „Untere Vatterhof“ in der Kreuzstraße 4 gehörte Johann Sebastian und Anna Margaretha Vatter, den Eltern von Philipp Jacob Vatter.
1 Das Haus zur Zeit des 1. Weltkriegs 1914-1918, damals Bäckerei, Wirtschaft und Poststelle von Bäcker Jakob Scheible, vor dem Haus vermutlich die Familie Scheible.
2 Aufnahme 1976: der Eingang mit Treppe wurde 1935 an die Westseite verlegt
3 Hofansicht 1976
4 Aufnahme ca. 1985 mit Schild „Kegelbahn zur Post“
5 Umbau 1985/86: die Eingangstreppe wird wieder an die ursprüngliche Stelle verlegt
6 Aufnahme 2021
Fotos (alle Stadtarchiv)





