Im Zentrum der Postkarte steht die Michaelskirche, oben links steht der spätere „Klosterhof“, oben rechts das Rathaus und unten rechts die Mühle. Die Postkarte muss aus der Zeit nach 1906 stammen, denn die „neue Michaelskirche“, die im Dezember 1906 eingeweiht wurde, ist abgebildet. Am 18. Mai 1905 ging ein Wunsch der Zimmerer in Erfüllung: Während eines starken Gewitters schlug ein Blitz in die alte Michaelskirche ein. Das alte Gebäude war schon seit langer Zeit der Gemeinde unliebsam geworden. Nach mündlicher Überlieferung stürmte der Kirchenpfleger Ernst Bentz mit einer Ölkanne aus seinem Haus, um den Brand zu beschleunigen. Da es sich aber um einen kalten Blitz handelte, brach kein Feuer aus, das Gebäude war durch den Einschlag beschädigt worden. Wieder mündlich überliefert, machten sich die Zimmerer gleich daran, die durch den Blitzeinschlag verursachte Zerstörung schlimmer aussehen zu lassen, als sie war. Ein bestellter Sachverständiger der Brandentschädigungskommission des Oberamts stufte das Gebäude am 22. Mai 1905 als baufällig ein und am 12. Juni wurde der letzte Gottesdienst in den Gemäuern abgehalten. Während der Aufschüttungsarbeiten für die neue Kirche wurden im Pfarrgarten 64 vergrabene Goldgulden gefunden, die ältesten wurden frühestens 1370 geprägt und die jüngste Münze 1493.
1: Die Postkarte mit der Michaelskirche, nach 1906
2: Ortsansicht mit der alten Michaelskirche, 1885
3 u. 4: Der Abbruch der der alten Michaelskirche, 1905. Die Trümmerteile wurden dem Beton für die neue Kirche beigemischt und für den örtlichen Wegebau verwendet. Mit einigen Steinen wurde ein Teil des Metterufers aufgefüllt.
5: 194 fertigte der Heimatforscher Hans Huber eine Skizze der alten und neuen Michaelskirche an, die neue Kirche ist nicht nur größer, sondern steht auch höher als die alte.
6: Die Michaelskirche mit dem sichtbaren Flicken am Kirchturm. 1945 wurde der Turm während eines Artilleriebeschusses getroffen.





