1941 schoss Lili Steinert eine Momentaufnahme auf der damaligen Bahnhofstraße (heute Stuttgarter Straße) Ecke Geisinger Straße. Gleich ins Auge fällt das Fuhrwerk, das von zwei Pferden gezogen und mit zwei Männern besetzt ist. Laut einer mündlichen Überlieferung könnte es sich um das Fuhrwerk des Christian „Bock-Ziegler“ handeln, der eine Ziegenbockhaltung führte. Hinter dem Fuhrweg ist das damalige Haus Uhlandstraße Nummer 6 zu sehen. Das Grundstück gehörte zu DLW. Mieter waren unter anderem Familie Brückmann, die ein Großhandelsunternehmen für Blechwaren und Konservendosen führten. Im Hintergrund links erkennt man das alte Krankenhausgebäude mit dem Roten Kreuz auf dem Dach. Das Rote Kreuz wurde im Ersten und Zweiten Weltkrieg bei Krankenhäusern, Lazarette und Sanitätseinrichtungen gut sichtbar auf Dächern, nah dem Gebäude auf dem Boden platziert oder als Flagge gehisst, um die Einrichtung vor Luftangriffen zu schützen. Das Schutzzeichen geht auf die Genfer Konvention von 1864 zurück und ist ein wichtiges Element des humanitären Völkerrechts.
