Der neue Bahnhof

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Am 27. Juli 1961 wurde feierlich der neue Bahnhof eingeweiht. Die Abbruch- und Grabungsmaßnahmen auf dem Areal begannen im Sommer 1958. In der Sonderbeilage des Enz- und Metterboten vom 27. Juli 1961 wurde der alte Bahnhof kritisiert: Der seitherige Bahnhofsplatz spräche für sich, der Bahnhof hätte einige für die Passagiere gefährliche Stellen und die Schalterhalle sei ungemütlich und nicht mehr zeitgemäß gewesen. Laut Bericht sei das alte Bahnhofsgebäude in der Nachkriegszeit weder für die Bundesbahn noch für die Stadt Bietigheim eine Zierde gewesen, da es immer noch Spuren des Krieges zeigte. Der hohe Andrang auf den Bahnhof, der damals noch 11.000 Bietigheimer Pendler und auch Bewohner der umliegenden Orte, war kaum zu stemmen.

Die Planung des neuen Bahnhofgebäudes war Baudirektor Conradi übertragen. Das Bauprojekt wurde laut Bericht durch die Initiative des damaligen Bietigheimer Bürgermeisters Mai und die Entscheidungen des Gemeinderates vorangetrieben und kostete damals 5 Mio. DM. Die Gelegenheit wurde genutzt um einen Omnibusbahnhof für 620.000 DM anzulegen, den es bis 1961 in Bietigheim so noch nicht gegeben hatte. Erwähnenswert ist auch der Bau der Fußgängerunterführung. Damals war die Straßenüberquerung für Fußgänger viel gefährlicher, weil es an Kreuzungen oft an Ampeln und Verkehrsschildern fehlte, die Unterführung war deshalb ein großer Gewinn. Architektonisches Vorbild war übrigens der Bahnhof Friedrichshafen Hafen.

 

1: Modell des neuen Bahnhofs im Jahr 1959 vom Bautechnischen Büro der damaligen Bundesbahndirektion.

2: Frühling 1961 steht der Bahnhofneubau.

3 u. 4: Die feierliche Einweihung im Juli 1961.

5: Auf dieser Metz-Musterkarte sieht man den neun ZOB nach 1961. Im Hintergrund erkennt man das letzte Gebäude des alten Bahnhofs.

6: Der Bietigheimer Bahnhof im Oktober 1961. Im Hintergrund sind noch Felder zu sehen, wo sich heute das Gewerbegebiet Seewiesen-Büttenwiesen befindet.