Der Bietigheimer Gänsegarten

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Diese Postkartenidylle zeigt den Bietigheimer Gänsegarten um 1910. Der Gänsegarten war an der Metter, oberhalb des damaligen Stadtspitals, dem heutigen „Haus der Vereine“.

Bereits in städtischen Verordnungen im 16. Jahrhundert, zur Zeit von Sebastian Hornmold, wird ein städtischer Gänsehirte und das Verbot, seine Gänse frei laufen zu lassen, erwähnt.  

Das Problem der freilaufenden Gänse, die Schäden in fremden Grundstücken anrichteten, bestand aber noch Jahrhunderte später, wie die Bekanntmachungen des Stadtschultheißenamts Bietigheim im Enz&Metterboten zeigen. Deutlich drückt es eine Anzeige des Stadtschultheißenamts am 15. Juli 1910 aus:

Bekanntmachung betreffend die Gänsehut… „Solange die Gänshut dauert, sind die Gänse in den Gänsgarten zu geben oder eingesperrt zu halten“. Der Hutlohn beträgt für eine Gans 20 Pfennig… Der städtische Feldschütze ist ermächtigt, schadenlaufendes Geflügel einzufangen oder wegzuschießen, wofür er Fang- oder Schußgeld erhält: für 1 Gans 50 Pfennig…

Damals gab es noch fast 500 Gänse in der Stadt. Die Anzahl der Gänse in der Stadt nahm stetig ab und der Gänsegarten lohnte sich nicht mehr. Anfang der 1950er Jahre kam mit der Metterkorrektur das Ende des Bietigheimer Gänsegartens. Auch der Metterzimmerer Gänsegarten wurde 1960 aufgelöst, weil es in Metterzimmern nur noch 15 Gänse gab.