Das Viadukt

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Nach dem Bietigheim bereits 1847 an die Eisenbahnstrecke nach Ludwigsburg und Stuttgart angeschlossen worden war, die von hier aus weiter nach Heilbronn führte, wurde die Stadt mit dem Bau der „Westbahn“ nach Bruchsal (eröffnet 1.Okt.1853) endgültig zum Eisenbahnknotenpunkt. Die Eröffnung erfolgte mit Abschluss des Baus des Enzviadukts (1851-1853). Man entschloss sich bei Bietigheim den Brückenschlag über die Enz zu wagen, denn die zu errichtende Brücke war hier zwar relativ hoch aber nur von verhältnismäßig geringer Länge. In der Tradition römischer Aquädukte hat Carl Etzel, damals Oberbaurat, den beeindruckenden Viadukt über das Enztal entworfen und durch seinen Ingenieur August Beck bauen lassen. „Mit der Addition von 21 Öffnungen mit einer Spannweite von je 13,18 m, einer Gesamtlänge von 287 m und einer größten Höhe von 33 m gehört die zweigeschossige Bogenkonstruktion zu den schönsten Kunstbauten aus der Frühzeit der deutschen Eisenbahnen.“ 5000 Tonnen Keupersandstein aus Steinbrüchen in Gündelbach, Brackenheim und Heilbronn wurden verbaut. Unter den 500 Arbeitern kostete der Bau vier das Leben. Während des Zweiten Weltkriegs erfuhr der Enzviadukt leichte Schäden, am 8. April 1945 sprengten deutsche Soldaten während ihres Rückzugs schließlich fünf westliche Pfeiler. Bis 1949 schuf eine eingleisige Notbrücke aus Stahl Abhilfe, danach wurden die Pfeiler wiederaufgebaut, allerdings mit eingefärbten Beton, außerdem wurden die Bögen nach dem Wiederaufbau geschlossen.

 

1-3: Der zerstörte Enzviadukt und die Behelfsbrücke 1945.

4: Amerikanische Soldaten vor dem Viadukt 1945.

5: Steinmetz Friedrich Schmid aus Metterzimmern fertigt die Inschrift für den Viadukt an.

6: Arbeiter auf dem Enzviadukt 1945-1949.

7: Die Einweihung des wiederaufgebauten Viadukts am 26.08.1949.